Behauptung:

 

"Mit wachsendem Wohlstand sinken auch die Geburtenraten in den Entwicklungsländern!"

 

Gegendarstellung:

Es gibt kaum eine Fernsehdebatte über den Klimawandel, in der nicht der entscheidende Faktor, nämlich das Bevölkerungswachstum, verschwiegen wird. Verplappert sich dann doch einmal jemand und das heikle Thema wird versehentlich angesprochen, wird abgelenkt und verharmlost. Dann heißt es zum Beispiel, "mit wachsendem Wohlstand sinke auch der Kinderwunsch, das Problem löse sich also auf ganz natürliche Weise". Bloß: Sollten tatsächlich 7,8 Milliarden Menschen auf westlichem Wohlstandsniveau leben, würde das unseren Planeten zum Glühen bringen. Und bevor dieses global einheitliche Wohlstandslevel erreicht wäre, hätte sich die Weltbevölkerungszahl vermutlich noch einmal verdoppelt.

Außerdem ist die Unterstellung, der Wohlstand sei ausschlaggebend für die Geburtenrate, nur die halbe Wahrheit. Denn natürlich spielen auch andere Ursachen eine zentrale Rolle. In manchen Kulturen gehört eine hohe Kinderzahl einfach zu einem noch immer angestrebten Lebensziel. Die Bevölkerung Afghanistans zum Beispiel ist 2020 trotz aller widrigen Umstände um 1,2 Millionen gestiegen (um ca. 3 %). Trotz aller Ausreisen und dem Umstand, dass man seine Kinder kaum ernähren und ihnen keine guten Perspektiven bieten kann.

Wer aus ideologischen Gründen immer noch das Bevölkerungswachstum aus der Klimadebatte heraushält (aus dem Bestreben heraus, dem bösen weißen Mann für alles Elend dieser Welt verantwortlich zu machen), sabotiert die Klimawende. Wenn nur einige Industrienationen sich in der Pflicht fühlen, ändert sich an der Gesamtlage wenig. Deutschland kann mit der Reduzierung seines zweiprozentigen CO2-Anteils nicht die Welt retten, es kann lediglich (im Dienste der Menschheit) mit viel Geld erneuerbare Energien und Strategien entwickeln und beim umweltfreundlichen Umbau der Wohlstandsgesellschaft als Vorbild dienen (zum Beispiel durch Aufforstung statt Rodung der Wälder, sinkende statt steigende Bevölkerungszahlen, weniger Bebauung und Flächenversiegelung, weniger Konsum, einer nicht auf Wachstum ausgerichteten Wirtschaftsform usw.).

 

 


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Anmerkung: Widersprechen mehr als 30 % der Leser der Gegendarstellung, wird sie vom Netz genommen.

Nein

 

Weiterführende Abhandlungen dazu finden Sie in meinen Büchern.


Impressum
© Manfred Julius Müller, Flensburg

Manfred J. Müller analysiert seit 40 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er gilt als wegweisender Vordenker. So forderte er zum Beispiel schon vor 20 Jahren eine Art Lieferkettengesetz, das Hersteller und Händler verpflichtet, nur fair entlohnte und produzierte Waren nach Deutschland einzuführen (wurde endlich im Mai 2021 Gesetz). Außerdem empfahl er schon ewig eine Mindestgewinnsteuer für Großunternehmen auf im Inland angefallene Umsätze (Joe Bidens Vorschlag von einer globalen Mindestertragssteuer im Frühjahr 2021 zielt zwar endlich in die gleiche Richtung, ist aber viel zu lahm und wird sich international kaum umsetzen lassen). Seit drei Jahrzehnten kämpft Manfred J. Müller auch für seine Idee einer Lohnkostenreform (schrittweiser Abbau der Sozialversicherungsbeiträge bei einer Gegenfinanzierung über Mehrwertsteuern und Zölle).

 


 


Die gesamte Menschheit leidet unter den üblichen politischen Lebenslügen!
Vorurteile und Irrlehren sind in aller Munde. Um echte Reformen zu vermeiden, wird Wesentliches verschwiegen und schöngeredet. Selbst in Deutschland hat die Verdrängung unangenehmer Wahrheiten böse Folgen: Seit 1980 sinken hierzulande (auch wenn manche Gutgläubige das nicht wahrhaben möchten), die realen Nettolöhne und Renten. Und die Arbeitslosenzahlen haben sich seit 1962 verzwanzigfacht. Wenn es gelänge, die Architektur der Lebenslügen allgemein zu veranschaulichen, würde die Menschheit heute in einer weit besseren Welt leben.

"Die Diktatur der Lebenslügen"
135 Vorurteile und Irrlehren, die noch immer die Politik maßgeblich beeinflussen.
Manfred J. Müller, 160 Seiten, Format 17x22 cm, 12,- Euro.
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