Behauptung. Vorschlag:

 

"Für Roboter sollten Rentenbeiträge entrichtet werden!"

 

Mein Kommentar:

Dieser Vorschlag aus den Reihen der CDU grenzt an ein Wunder. Beginnt die CDU jetzt, da sie in der Opposition gelandet ist, doch ein wenig über die Zukunft nachzudenken? Erkennt sie, dass die Politik der letzten vier Jahrzehnte wenig erfolgreich war, dass der schleichende Niedergang nicht nur hätte vermieden werden können, sondern wegen genialer produktiver Fortschritte eigentlich zu einer starken Verbesserung der allgemeinen Lebensqualität hätte führen müssen?

Wie auch immer, im Prinzip begrüße ich den Vorschlag. Vom Grundgedanken her ist er richtig. Zu bedenken ist lediglich, dass diese Rentenbeiträge (also eine Art Maschinensteuer für Roboter) nicht zu einer unfairen Belastung des deutschen Industriestandortes ausarten darf. Deutschland wäre nicht damit gedient, würden hochmoderne, automatisierte Produktionsanlagen ins Ausland verlagert. Im Klartext: Ohne eine angemessene Anhebung der Importzölle kann auch diese schöne Idee nicht greifen.

Was wieder einmal deutlich vor Augen führt: Nur durch eine Abkehr von der allgemeinen Zollphobie kann das globale Dumpingsystem ausgetrickst werden. Nur über eine schrittweise Anhebung der Einfuhrzölle (als Endziel schwebt mir etwa 30 % vor) kann die notwendige staatliche Handlungsfähigkeit wieder hergestellt werden. Das gilt nicht nur für Deutschland, das gilt für alle demokratisch und sozial ausgerichteten Industriestaaten.

Die Einnahmen aus dieser nahezu unversiegbaren Quelle sind bestens geeignet, die bestehenden Sozialversicherungen zu finanzieren (Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge würden dann entfallen oder zumindest stark gesenkt werden können). Mit der Erhöhung der Zölle zerfällt die Machtbasis des Großkapitals - souveräne Staaten wären dann weit weniger erpressbar. Die gängige Zauberformel "Wenn ihr nicht dies und jenes akzeptiert (Subventionen gewährt, Unternehmenssteuern senkt, Kurzarbeitergeld zahlt, den Leitzins trotz hoher Inflation auf 0 % herunterschraubt, Deutschland zum Einwanderungsland erklärt … usw.), werden wir unsere Fabriken leider ins Ausland verlagern müssen!", greift dann nicht mehr.

 

 

 


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Nein

 


Weiterführende Abhandlungen dazu finden Sie in meinen Büchern.


Impressum
© Manfred Julius Müller, Flensburg, 8. Januar 2022

Manfred J. Müller analysiert seit 40 Jahren weltwirtschaftliche Abläufe. Er gilt als wegweisender Vordenker. So forderte er zum Beispiel schon vor 20 Jahren eine Art Lieferkettengesetz, das Hersteller und Händler verpflichtet, nur fair entlohnte und produzierte Waren nach Deutschland einzuführen (wurde endlich im Mai 2021 Gesetz). Außerdem empfahl er schon ewig eine Mindestgewinnsteuer für Großunternehmen auf im Inland angefallene Umsätze (Joe Bidens Vorschlag von einer globalen Mindestertragssteuer im Frühjahr 2021 zielt zwar endlich in die gleiche Richtung, ist aber viel zu lahm und wird sich international kaum umsetzen lassen). Seit drei Jahrzehnten kämpft Manfred J. Müller auch für seine Idee einer Lohnkostenreform (schrittweiser Abbau der Sozialversicherungsbeiträge bei einer Gegenfinanzierung über Mehrwertsteuern und Zölle).

 


 


Die gesamte Menschheit leidet unter den üblichen politischen Lebenslügen!
Vorurteile und Irrlehren sind in aller Munde. Um echte Reformen zu vermeiden, wird Wesentliches verschwiegen und schöngeredet. Selbst in Deutschland hat die Verdrängung unangenehmer Wahrheiten böse Folgen: Seit 1980 sinken hierzulande (auch wenn manch Gutgläubige das nicht wahrhaben möchten), die realen Nettolöhne und Renten. Und die Arbeitslosenzahlen haben sich seit 1962 verzwanzigfacht. Wenn es gelänge, die Architektur der Lebenslügen allgemein zu veranschaulichen, würde die Menschheit heute in einer weit besseren Welt leben.

"Die Diktatur der Lebenslügen"
135 Vorurteile und Irrlehren, die noch immer die Politik bestimmen. Manfred J. Müller, 160 Seiten, Format 17x22 cm, 12,- Euro. (auch als Ebook erhältlich für 8,99 Euro)

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